Begegnung mit der syrisch-katholischen Gemeinde Essen

Syrerder 3. Adventsonntag trägt seinen Namen nach dem Eingangsvers der Liturgie: „Gaudete – Freuet euch“. Für die Mülheimer Gemeinde Sankt Engelbert war es eine Freude, ihre Sonntagsmesse mit der syrisch-katholischen Gemeinde Essen gemeinsam zu feiern. Die Kirche war sehr gut gefüllt, auch auf dem Chorpodest neben der Orgel, wo sich die Engelberter Schola und der Chor der syrisch-katholischen Gemeinde aufgebaut hatten.
Es war erhebend, mit den zahlreichen Messdienern beider Gemeinden die beiden Priester, Pfarrer Dr. Riad Behnam im Gewand des westsyrischen und Pastor Michael Clemens im der Liturgiefarbe Rosa entsprechenden Messgewand des lateinischen Ritus, hinter einer Weihrauchwolke einziehen zu sehen. Die beiden Chöre sangen abwechselnd, und auch die biblischen Texte sowie die Fürbitten wurden in Arabisch und Deutsch vorgetragen. In seine Predigt bezog Pastor Clemens eine Kurzinformation über Geschichte und Situation der syrisch-katholischen Kirche einer jungen Frau der Gemeinde mit ein. Er betonte, dass es sich bei den syrisch-katholischen Christen nicht um irgendwelche Fremden handele, sondern um Schwestern und Brüder seit apostolischer Zeit. Diese Kirche sei halt aus machtpolitischen und dogmatischen Gründen aus unserem, dem recht engen Blickfeld der lateinischen Tradition in die mysteriöse Ecke der vergessenen „Kirche des Ostens“ geraten. Es gelte, diese höchst glaubensvitalen Geschwister in den Blick und ihrer bedrohten Situation aufzunehmen. Nach der Messe fand an den Kirchtüren eine Türkollekte als Winterhilfe für in Lager geflüchtete oder im Irak verbliebene Mitchristen statt, die die stolze Summe von 790,- € erbrachte.
Anschließend war zu einer Begegnung mit Information und Gespräch ins Gemeindezentrum eingeladen, wo bei Kaffee, Saft, Wasser und selbst Gebackenem mit einer PowerPointPräsentation und einem überaus bewegenden Videofilm besonders die prekäre Lage dieser so alten christlichen Kirche, die in ihrer Liturgie oft noch die Sprache Jesu, das Aramäische, verwendet, berichtet wurde. Nach fast zwei Stunden lebendigen Austauschs endete die Begegnung mit der gegenseitigen Zusage, den Kontakt zu halten und mit einer weiteren Sonntagsmesse im westsyrischen Ritus in der Engelbertuskirche zu vertiefen, zumal es auch Mülheimer Gemeindemitglieder aus dem Irak gibt.

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Freundliche Grüße

Michael Clemens, Pastor