Pastor Michael Clemens

Gemeindeleiter ist Pastor Michael Clemens, zunächst von 1993 bis 2006 als Pfarrer der damals noch selbständigen Kirchengemeinde Sankt Engelbert – vorübergehend zugleich auch der Rektoratspfarrei Heilig Kreuz; seit Errichtung der Großpfarrei St. Barbara 2006 als „vicarius paroecialis“ mit dem Titel Pastor, beauftragt mit der eigenständigen Wahrnehmung der Seelsorge in der Gemeinde Sankt Engelbert und stellvertretender Pfarrer.

Pastor Michael ClemensEr wurde am 23. März 1949 als erster Sohn der Eheleute Heinrich und Hedwig Clemens, geb. Cramer, in Bochum geboren, und zwar im kriegsbeschädigten Schauspielhaus, bei dem der Vater als Theatermaler beschäftigt und mit seiner Familie vorübergehend Wohnung fand. Die Vorschulzeit verlebte die Familie, 1950 um den Sohn Joachim erweitert, in der von Franziskanern geführten Pfarrei Christ König, wo 1955 in der Kapelle der damals dort tätigen Schwestern die „rechtzeitige Erstkommunion“ [Frühkommunion] erfolgte. Dann zog die Familie in die Pfarrgemeinde Liebfrauen in Altenbochum, wo Michael nach der Geburt des jüngsten Bruders Johannes 1959 in den Pfadfinderstamm der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg [DPSG] eintrat sowie Messdiener wurde. Es folgte die Firmung durch Weihbischof Julius Angerhausen. Mit 14 Jahren wurden ihm Leitungstätigkeiten bei den Ministranten übertragen, dem nach einigen Jahren und dem Grundkurs die Aufnahme in die Leiterrunde des Pfadfinderstammes folgte.

Die DPSG verfügte schon sehr früh über ein gut durchstrukturiertes und anspruchsvolles Ausbildungssystem, das der Natur der Pfadfinderbewegung entsprechend, international abgestimmt war und ist. Gerade die zweistufige Ausbildung zum Gruppenleiter, die am Ende international anerkannt und durch ein entsprechendes Abzeichen, das „Wood Badge“, bestätigt wird, bot schon damals im Kern die Chance, gute Managementqualifikationen zu trainieren wie Teamwork, Konfliktmanagement, strukturiertes Arbeiten und systemisches Denken. Dinge also, die er in seiner Priesterausbildung höchstens ansatzweise vermittelt bekam. „Diese Zeit der Pfadfinderei gehört heute noch zum wertvollsten Schatz meiner Zeit als Jugendlicher und junger Erwachsener.“, sagt er heute im Rückblick.

Er war Diözesanreferent der Jungpfadfinderstufe, später Diözesankurat der Jungpfadfinderstufe, Bezirksvorsitzender in Bochum, Kurat des Schalker und dann des Duisburg-Meidericher Pfadfinderstammes sowie Bezirkskurat für Gelsenkirchen und dann Duisburg. Gleichzeitig war als Referent für etliche Bildungswerke im Bistum im Einsatz, was ihm auch das Studium finanzieren half.

Die Ausbildung begann nach der Kindergartenzeit in Christ König mit dem Besuch der katholischen Liebfrauenschule in Altenbochum, dann besuchte er das alte humanistische „Staatliche Gymnasium“ [heute: Gymnasium am Ostring] im altsprachlichen Zweig bis zum Abitur 1968. Danach nahm er das Studium der Katholischen Theologie an der noch jungen Ruhr-Universität Bochum auf, verlegte sich aber ein Jahr später auf das Studium der Erziehungs- und Sozialwissenschaften, das er ohne Abschluss beendete, nachdem er das Theologiestudium wieder aufgenommen hatte und sich als Priesteramtskandidat für das Bistum Essen in dessen Studienkolleg begeben hatte. 1978 schloss er sein Studium mit dem Kirchlichen Abschlussexamen und dem Diplom der kath. Theologie ab, wechselte dann in den Pastoralkurs im damals noch Werdener Priesterseminar und empfing 1980 die Diakonenweihe in der Werdener Ludgerusbasilika. Sein Pastoralpraktikum absolvierte er in der Pfarrei St. Elisabeth, Essen-Frohnhausen, wurde am 5. Juni 1981 im Essener Dom durch Bischof Dr. Franz Hengsbach zum Priester geweiht und dann – nach einem pastoralen Einsatz beim Eucharistischen Weltkongress in Lourdes [Leiter der Jugenddelegation der nordwestdeutschen Bistümer] – als Kaplan in die Pfarrei St. Josef, Gelsenkirchen-Schalke, geschickt. Diese fünf Jahre waren, wie er heute sagt, harte Lehrjahre, die er aber wegen der guten Erfahrungen mit den Menschen nicht missen will. 1986 wurde er als „dienstältester Erstkaplan“ (so etwas gab es damals noch!) in die Pfarrei St. Michael, Duisburg-Mittelmeiderich versetzt, von wo aus er nach sieben Jahren Anfang 1993 die Ernennung zum Pfarrer an Sankt Engelbert erhielt.

Am 23. März 2014 feierte Pastor Michael Clemens mit vielen Gemeindemitgliedern seinen 65. Geburtstag und tat dabei kund, dass er – gute Gesundheit und gute Umstände vorausgesetzt – so bald noch nicht an den Ruhestand denke. Na denn: Glück auf!